Neues Produkt zur Bekämpfung des Echten Hausschwamms ohne Biozide

Die Suche nach wenig zerstörenden und trotzdem kostengünstigen Bekämpfungsverfahren hat sich gelohnt. Nach vielen unterschiedlichen Lösungsansätzen wurde 2016 ein Produkt entwickelt, das sich für die Hausschwammbekämpfung eignet. Neben den Trocknungsversuchen, die hier bei den alternativen Hausschwammbekämpfungen beschrieben sind, wurden auch Versuche mit Kalkmilch (erfolglos) durchgeführt. 

Dabei stellte sich heraus, dass der Echte Hausschwamm nicht durch Kalkmilch (getrocknet auf dem Mauerwerk) hindurchwächst. Fällt aber die getrocknete Kalkmilch aus irgendwelchen Gründen von der Wand, wächst der Echte Hausschwamm weiter. Daher wurde dieses System verworfen und ein anders System gesucht.

Das neue System verkleinert die Kapillaren im Mörtel auf sehr kleine Durchmesser. Damit gelingt es dem Hausschwamm im Mauerwerk nicht mehr herauszuwachsen. Die Kapillaren sind aber groß genug, dass das Wasser im Mauerwerk entweichen kann, also trocknet die Wand auch selbständig. Daher ist es bei Natursteinwänden nur noch die Mörtelfuge zu berücksichtigen. 

Die Mörtelfuge wird je nach Feuchtegehalt bis zu 3 mal behandelt (Aufbringmenge 500 ml einer 10%igen Lösung je m² Mauerwerksfläche pro Arbeitsgang), und zwar feucht in feucht. Dann ist der Hausschwamm "eingesperrt". Bei Natursteinwänden gehört es zum System, dass in den ersten 3 Jahren die Trocknung des Mörtels im Mauerwerkgefüge geprüft wird. Durch den Volumenverlust beim Trocknen können Risse zwischen Stein und Mörtel entstehen, die dazu führen, dass der Echte Hausschwamm aus diesen Rissen herauswächst. In diesem Fall werden erneut die Kapillaren durch Besprühen verengt.

Durch das Abtrocknen des Mauerwerks in den äußeren Bereichen entstehen trockene Mörtelzonen, die der Echte Hausschwamm nicht mehr durchwachsen kann. Deshalb eignet sich das System besonders für Natursteinwände, die mit der klassischen Bohrlochtränkung nicht behandelt werden können oder die Gefahr der Zerstörung besteht, z. B. bei Mauerkronen. Daraus resultiert aber auch, dass das Mittel eine andere Vorgehensweise bedingt als die klassische Bekämpfung im Bohrlochtränkverfahren und ein profundes Wissen über die tatsächlichen Eigenschaften des Echten Hausschwamms voraussetzt.

Die Bekämpfung des Echten Hausschwamms nach einem Leitungswasserschaden wird ebenfalls nur durch einen Arbeitsgang Sprühen durchgeführt. Das vereinfacht die Abwicklung solcher Schäden erheblich. 

Die ersten Musteranwendungen sind mittlerweile mehr als 1 Jahr alt und es hat funktioniert. Das neue Produkt, das dafür verwendet wird, wurde von der MPA Eberswalde nach ENV 12404 im Oktober 2016 wie ein klassisches chemisches Mittel geprüft und hat die Prüfung bestanden. Ein Hersteller ist gefunden und hat das Mittel zur bauaufsichtlichen Zulassung angemeldet. Das Mittel selbst wurde zum europ. Patent angemeldet. Für das Mittel und die Anwendung wurde am 22.12.2017 in Luxemburg ein Patent mit der Nr. 93068 erteilt.

Für weitere Referenzobjekte ist genügend Material vorhanden.

Demnächst gibt es mehr Informationen zu diesem Thema. Auf der Messe "denkmal" vom 08. bis 10.11.2018 in Leipzig wird das neue System vorgestellt.